Bus-Puffer in Z80-Billig-Computern
ursprünglich: Wie aus dem Komtek ein Computer wird

Helmut Bernhardt

Erfreulicherweise gibt es eine Vielzahl von sehr billigen Computern, die vielen
Interessierten den Einstieg in die Anwendung von Computern für die Lösung
verschiedenster Aufgaben ermöglichen. Die günstigen Preise solcher Geräte sind
hauptsächlich auf ein sparsames Konzept in der Hardware zurückzuführen. Ein
Computer wird für einen bestimmten Ausbau der Hardware und Peripherie entworfen,
wobei dann auf alles überflüssige verzichtet wird.

Der Appetit kommt erst beim Essen, d.h., wer sich einen Billig-Computer zugelegt
hat, verspürt bald den Wunsch, diese oder jene Erweiterung anzuschließen. Bei
entsprechendem Bedarf finden sich auch schnell Hersteller für solche
Erweiterungen. Wenn die Menge der Erweiterungen über das ursprüngliche Konzept
der Hardware hinausgeht, treten oft Schwierigkeiten auf. Eine dieser
Schwierigkeiten kann die mangelnde Treiberleistung der aktiven CPU-Signale sein.
Eine Lösung dieses Problems für Computer mit einer Z80-CPU, bei denen ca.
10,- DM für Treiber-ICs eingespart wurden, sei hier vorgestellt.

Um zwischen den Z80 und das CPU-Board Treiber schalten zu können, ohne dabei
alle Leiterbahnen zu durchtrennen und ohne über ein wildes Drahtgewirr Treiber
mit dazwischen zu schalten, ist es am günstigsten, den Z80 mit den zusätzlichen
Treiber ICs auf einem zusätzlichen Board unterzubringen und dieses Board in den
Sockel des Z80 zu stecken. Das CPU-Board erhält damit ein 1. OG aufgesetzt, was
eventuell zu Platzschwierigkeiten führt, dafür aber das Aussteigen des
Computers bei etwas mehr Hardware unterbindet. Das Konzept des in Abb. 2 als
Layout dargestellten Boards ist auf Bastler ausgerichtet, die sich das Board
selbst ätzen wollen. Soweit dies möglich ist, sind alle Leiterbahnen auf einer
Seite des Boards gebracht worden, so daß nur noch wenige Drahtbrücken auf der
Bestückungsseite nötig sind.

Trotz der einfachen Ausführung ist über die AND-Verknüpfung von RD* und M1*
zur Richtungssteuerung des Datenbus-Transceivers auch IM2-Fähigkeit
gewährleistet.

Durch Abtrennen der Masseleitungen von Pins 1 und 19 der 74LS244-ICs und von
Pin 19 des 7 4LS245 und Anlegen des über ein freies NAND-Gatter des 74LS00
invertierten BUSAK* Signals läßt sich auch DMA-Fähigkeit herstellen. Da in
Billig-Computern DMA-Betrieb nicht vorgesehen ist, wurde zur Vereinfachung
des Layouts (weniger Drahtbrücken) darauf verzichtet.

Mit einem Finanzaufwand von knapp 20,- DM läßt sich damit so manchem
überlasteten Schneider-CPC, ZX81, Komtek 1 u.s.w. wieder die volle
Funktionsfähigkeit zurückgeben.

Spätere Anmerkung 2015 Helmut
Vor ein paar Tagen fand ich im Keller noch ein Exemplar dieses Bustreiber
Boards und musste feststellen, dass gegenüber dem hier abgebildeten Layout
und Bestückungs- und Drahtbrücken Plan auf dem Board noch einige Leiterbahnen
getrennt und einige zusätzliche Drahtbrücken gelegt wurden. Die Dokumentation
war fertig, bevor das Board geprüft und korrigiert wurde. Hauptsächlich lagen
Fehler im Anschluss von +5V und GND vor.

